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Sharing is caring?

Auch wenn mein erstes Foto bereits 1987 geknipst wurde – es war  mein erster Schritt ins Leben,  zu dieser Zeit noch auf analogen Wegen. Höchstens hundert Fotos gibt es von mir in verstaubten Alben im Keller, auf denen ich mit dem ersten Schoko-Eis angepatzt im bunten Mickey-Maus Pullover durch die wilden 90er krabble. Und wenn ich mich morgen für den nächsten Job bewerbe? Dann bin ich froh, dass meine ersten Windelfotos nicht auf Facebook – sondern in verstaubten Schubladen liegen. Auf Facebook hat es bis dato nur 1 Kinderfoto von mir geschafft. Und auch mit diesem einem Foto auf diesem Blog bin ich mir unsicher, ob es mir nicht zu privat für die Öffentlichkeit ist.

Heute sind von einem 5 jährigen Kind im Durchschnitt rund 1.500 Fotos und Informationen online. Die Tendenz dazu ist durch Insta-Stories, Messenger, und die Vielzahl an digitale Plattformen wie Facebook und Co. weiter steigend. Vor allem in Amerika ist der Begriff des „Sharenting“ oder auch „Oversharenting“ (Mischung aus den Begriffen „Sharing“ und „Parenting“) der das Teilen von Kinderfotos im Netz beschreibt, schon geläufig. Auf CNN gibt es dazu schon Talkshows in der Primetime – in der sogenannte „Sharenters“ mit vorsichtigen Eltern über das Wohl der Kinder – und den eigenen Datenschutz als Eltern diskutieren.

Was neben dem Stolz der Eltern und dem Teilen von persönlichen Informationen in sozialen Netzwerken Spaß macht und zu einer natürlichen Sache geworden ist, ist vor allem für die Datenschutzperspektive der Eltern und der Kinder eine Herausforderung. Denn auch wenn wir uns heute noch fragen, was mit unseren Daten passiert, welche Rechte Unternehmen oder soziale Netzwerke an unseren Daten haben, wie wir uns auf Instagram und mit welchem Körperbild präsentieren wollen – so werden die ersten Digital Natives gerade Eltern. Die zeigen im Netz nicht nur eigene Daten– sondern auch von den ersten Schritten der nächsten digitalen Generation. Das ist schon heute eine Herausforderung – denn die Alben und der angepatzte  Pulli vom ersten Eis werden dabei immer öfter öffentlich oder halb-öffentlich geteilt – und Kinder sind damit später als Erwachsene konfrontiert.

Digital Kidnapping, pädophile Motive mit Kinderfotos, public shaming, Fragen nach dem Datenschutz und der zukünftigen digitalen Identität des Kindes sind Probleme – die zu neuen digitalen Herausforderungen führen. In Österreich ist die Diskussion rund um “Sharenting” noch nicht wirklich angekommen – aber es wird Zeit. Mehr Infos und Tipps und Tricks und Projekte zum Thema Kinderfotos im Netz wird es hier bald geben – für Inputs und Meinungen freue ich mich jederzeit!

Bis dahin: Share – but care! 😉